Berlin, Bielefeld, Mölln, Oldenburg, …

Über 78 Anschläge innerhalb der letzten zwei Jahre.

Aktuell eine Serie von Moscheeübergriffen und Brandanschlägen in Berlin, Bielefeld, Mölln und jetzt in Oldenburg.

In der Nacht zum 30. August haben Unbekannte zwei Brandsätze gegen die DITIB Moschee in Oldenburg geworfen.

Angesicht dieses jüngsten Anschlages müssen wir feststellen, dass der Satz: „Wehret den Anfängen!“ bei Angriffen gegen muslimische Gotteshäuser keine Gültigkeit mehr zu haben scheint. Denn diese Angriffe führen nicht zu breiter gesellschaftlicher Anteilnahme und Solidarität mit den betroffenen Gemeinden. Das gesellschaftliche Tabu im Hinblick auf die Unantastbarkeit und Würde religiöser Einrichtungen hat für die Gotteshäuser der Muslime faktisch keine Gültigkeit. Die muslimischen Gemeinden in ganz Deutschland fühlen sich allein gelassen und haben den Eindruck, dass die Täter in der Gewissheit einer mehrheitlich stillschweigenden gesellschaftlichen Duldung agieren. Je mehr die Gesellschaft aber schweigt, umso aggressiver werden die Täter.

In all den Jahren kontroverser gesellschaftlicher Debatten unter dem Stichwort vermeintlicher „Islamkritik“ war die gesellschaftliche Atmosphäre der wechselseitigen Entfremdung wohl nie so ausgeprägt wie heute.

Deshalb ist es gegenwärtig - mehr als sonst - die Verantwortung von uns  Muslimen, nicht der Hoffnungslosigkeit zu verfallen. Dem gesellschaftlichen Schweigen müssen wir Muslime die Tugenden unserer Glaubensüberzeugung entgegenhalten. Unser religiöses Selbstverständnis hält uns stetig dazu an, für gesellschaftlichen Frieden, für Zusammenhalt und Gerechtigkeit einzustehen. Wir Muslime sind dazu berufen, die Werte der Einigkeit, des Rechts und der Würde aller Menschen in unserer Gesellschaft nachdrücklich in Erinnerung zu rufen. Es reicht nicht aus, dass wir uns gegen das Schlechte erheben. Wir werden uns auch weiterhin ohne Hass und Mutlosigkeit aktiv für das Gute einsetzen.

DITIB-Nord