Botschaft zum Aschura-Tag

Es war der Monat Muharram, als sich der Prophet der Barmherzigkeit (s.a.w.), die Ausweglosigkeit in Mekka hinter sich lassend, nach Medina aufmachte. Dieses Ereignis, die Hidschra, sollte einen Wendepunkt in der Geschichte des Islam und damit den Beginn der islamischen Zeitrechnung markieren. Sie symbolisiert den Beginn der Verbreitung und betont den globalen Charakter des Islam.
Der Monat Muharram ist für die Muslime aber auch aus vielerlei anderer Hinsicht von Bedeutung. So war der zehnte Muharram, der “Aschura-Tag”, den wir an diesem heutigen Tage begehen, Zeit Geschichte Schauplatz für bedeutende Ereignisse in der Geschichte der Menschheit.

 

Die reuende Abkehr (tawba) des  Prophet Adam (a.s.), wurde an einem 10. Muharram angenommen, die Arche Noah erreichte rettendes Land  an diesem Tag und auch das Volk Israel wurde unter der Führung Moses’ (a.s.) befreit von seiner Knechtschaft an eben diesem Tag. Und auch für unseren Prophet (s.a.w.) hatte der Aschura-Tag einen besonderen Stellenwert. Der Tradition und dem Weg des Prophet Abraham (a.s.) folgend, fastete der Prophet (s.a.w.) an diesem Tag sowie den Tag davor und danach auch schon in der vorislamischen Zeit und legte dies auch seiner Gemeinde nahe. Der Aschura-Tag ist daher  für die Muslime in aller Welt gleichsam bedeutend.

Gleichwohl ist der Aschura-Tag auch untrennbar mit der größten Tragödie der islamischen Welt, dem Martyrium von Hussein, dem Enkel unseres Prophet Muhammed (s.a.w.) verbunden.  Am zehnten Muharrem 61 n.d.H. (10.10.680 n.Chr.) wurde Hussein bei einem Aufstand gegen die Tyrannei des damaligen Herrschers mit seinem Gefolge und seiner Familie in Kerbela umzingelt und ermordet. Schwer traf die Muslime die Ermordung eines Angehörigen des Prophet, eines Ahl al-Bayt, gemehrt diese Trauer noch vom Umstand, dass sich dies just im Monat Muharram, dem Monat der „Unverletzlichkeit“ ereignet hat, sind Muslime doch im Koran (Sure Tawba, Vers 36) strengstens dazu aufgerufen, die vier heiligen Monate - und hier eben auch den Muharram - zu ehren und in ihnen kein Unrecht zu begehen.

Dieser Tag ist daher allen Muslimen, unabhängig von Konfession, Herkunft und Kultur, für alle, die den Glauben im Herzen tragen sowie die Liebe für den Gesandten Muhammed (s.a.w.), seine Gefährten und  seine Angehörigen, die Ahl al-Bayt, für all diejenigen ist dies ein Tag des gemeinsamen Schmerzes,  des gemeinsamen Kummers und der gemeinsamen Trauer. Wir dürfen uns dabei aber nicht in Letzteren verlieren und in der Vergangenheit verharrend dieses Ereignis gar als Ausgangspunkt für Zerwürfnisse  und Feindschaft nehmen. Vielmehr sollten wir aus der Geschichte lernen und uns fern halten von Handlungen, die unserer Brüderlichkeit schaden. Denn erst dann werden wir folgendem Bittgebet des Prophetenkels Hussein, dessen wir an diesem Tage gedenken, auch gerecht:

 „O Allah! Ich biete Dir die schönste aller Dankgebete an. O Allah! Ich danke Dir, dass du uns den Koran geschickt und seinen tiefen Sinn lehrtest. O Allah! Ich danke Dir, dass du uns Augen gabst, die die Wahrheit sehen, Ohren gabst, die die Wahrheit hören und Herzen gabst, die die Wahrheit fühlen. O Allah! Mache uns zu Deinen dankbaren Dienern! Halte uns fern von Tyrannen und mache uns zu Freunden der Gläubigen!“