DITIB Nord zeigt klare Haltung: Antidemokratische Tendenzen haben bei DITIB keinen Platz!

Die Stellungnahme des zurückgetretenen Vorsitzenden der Muradiye-Moschee, Herrn Ishak Kocaman, finden Sie hier Link

Am Dienstag, dem 21. Februar veröffentlichte das politische Fernsehmagazin Panorama im NDR Fernsehen ein Interviewgespräch mit dem Vorsitzenden der Muradiye Moschee in Hamburg-Wilhelmsburg in dem er nach einigen Postings mit vermeintlich demokratiefeindlichen Inhalten in seinem Facebook-Account befragt wird.

In diesen Postings von Herrn Kocaman werden Zitate und aussagen eines früheren Predigers aus der Türkei zitiert.

Demokratiefeindliche Aussagen haben keinen Platz bei DITIB

DITIB Nord und die ihr angeschlossenen 35 Ortsgemeinden bekennen sich unmissverständlich zu unserer demokratischen und gesellschaftlichen Werte- und Grundordnung. Unsere Haltung diesbezüglich ist klar und deutlich.

Aussagen, die unsere freiheitlich demokratische Grundordnung infrage stellen sind daher nicht akzeptierbar.

Daher hat DITIB Nord sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine interne Untersuchung zu den vermeintlichen Aussagen des Vorsitzenden Herr Kocaman eingeleitet und Herrn Kocaman um eine schriftliche Stellungnahme diesbezüglich aufgefordert.

In seiner Stellungnahmen beteuerte Herr Kocaman seine klare Haltung für unsere demokratische Grundordnung und erklärte, daß die Weiterleitung einer Textpassage, die er noch im Jahre 2014 getätigt habe und Zitate eines ehemaligen türkischen Predigers beinhalteten auch nicht seine eigene Haltung wiedergeben. Dieses Zitat sei in einem ganz anderen gesellschaftlichen Kontext von ihm weitergeleitet worden, bei dem er auf die Unterdrückung von Frauen in der Türkei durch das bis damals obligatorische Kopftuchverbot in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens aufmerksam machen wollte.

Vorsitzender der DITIB Wilhelmsburg bietet seinen Rücktritt an

Weiterhin erklärt Herr Kocaman, dass seine klare demokratische Haltung auch durch seine jahrelange ehrenamtliche Arbeit für die DITIB Gemeinde und die Menschen in Wilhelmsburg belegt sei und er es bedauert, dass durch einen aus dem Kontext gerissenen Text ein solcher Eindruck entstehe, der sowohl ihn, als auch die DITIB in einem falschen Licht stehen lässt.

Da jedoch auch der Anschein, daß ein Vorsitzender einer DITIB-Gemeinde unsere demokratischen Strukturen ablehnen würde für ihn nicht akzeptierbar sei, verkündet Herr Kocaman, daß er von seinem Amt als Vorsitzender der Muradiye Moschee in Wilhelmsburg mit sofortiger Wirkung zurücktritt.

Wir als DITIB Nord haben Herrn Kocaman stets als einen ehrenhaften und engagierten Streiter für das gemeinsame Miteinander in Wilhelmsburg kennen und schätzen gelernt. Besonders im Bereich der Jugendarbeit hat Herr Kocaman in einem schwierigen Umfeld gute Beiträge für die Integration und Förderung der muslimischen Jugend geleistet. Wir danken Herrn Kocaman für die jahrelange Arbeit und auch diese sehr ehrenhafte Entscheidung, von seinem Amt im Vorstand der Muradiye Moschee zurückzutreten um weiteren Schaden von DITIB fernzuhalten.

DITIB Nord fordert eine Versachlichung der Debatte

Der Umgang weder mit Herrn Kocaman als auch mit der DITIB und seinen Gemeinden nimmt Züge einer Hexenjagd an. Eine solche Berichterstattung ist geeignet, nicht nur Herrn Kocaman und sein näheres Umfeld in ein falsches Licht zu rücken, es reißt auch neue Gräben mitten in unsere Gesellschaft. Daher fordert DITIB Nord eine Versachlichung der Debatte.

Unsere freiheitliche Gesellschaft basiert auf der Möglichkeit der freien Meinungsäußerung und auch der freien Berichterstattung. Aufgrund der Wichtigkeit dieser Grundpfeiler unserer Gesellschaft sind wir alle auch verpflichtet, diese verantwortlich umzusetzen um eine auf Fakten und dem gegenseitigen Zuhören basierenden Austausch und Dialog zu ermöglichen. Wir alle müssen unseren Beitrag dafür leisten, auch wenn das in einem Jahr mit mehreren Wahlen und dem Erstarkenden Populismus nicht immer einfach ist, damit durch unsere Handlungen weder unsere Gesellschaft, einzelne Institutionen und Gemeinschaften, noch unsere Menschen Schaden davon tragen.

DITIB Nord