DITIB verurteilt Gewalt in Ägypten und mahnt zur Demokratie

Pressemitteilung DITIB: 2013-08-15

Zu den aktuellen Entwicklungen in Ägypten:

Die aktuellen Nachrichten, die uns aus Ägypten erreichen - und dies wenige Tage nur nach dem Ende des Ramadan-, die menschenverachtenden Praktiken, denen weder das Leben des Menschen heilig sind noch sein Hab und Gut, dies alles sehen zu müssen schmerzt die DITIB und ihre angeschlossenen Landes- und Ortsvereine und es schmerzt alle Muslime zutiefst. 

Nichts kann die Tötung eines Menschen, der nach dem Islam als Wesen mit Würde erschaffen, kraft seiner Erschaffung ihm eine Würde verliehen ist, rechtfertigen. Dies findet seine entsprechende Formulierung nicht nur in den universellen Werten, wie der Islam sie beschreibt, sondern auch in den weltweit anerkannten Grund- und Menschenrechten. Eines sollte man nicht vergessen, jedes Herrschaftsregime und jeder Verwaltungsmechanismus, das sich Unrecht und Unterdrückung auf die Fahne geschrieben hat, ist angesichts der vielen unschuldigen Menschenleben, die es zu verantworten hat, zum Scheitern verurteilt. 

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen, die das Gewissen wie den Verstand des Menschen gleichermaßen verletzen, haben die Vereinten Nationen, die Europäische Union, das Auswärtige Amt, die Außenministerien von Frankreich und England sowie das Amt des türkischen Ministerpräsidenten jeweils eine Stellungnahme abgegeben, in der sie auf ein Ende der Gewalt drängen mit dem Hinweis, dass Selbiges keine Lösung sei. DITIB kann diese Forderungen im Namen der Demokratie, des Friedens und wichtiger noch, der Zukunft Ägyptens, nur begrüßen. Solche unparteiischen und versöhnenden Initiativen finden stets unsere Unterstützung. Protest hingegen, der nur mit leiser Stimme daherkommt und nicht wirklich aufrichtig gemeint ist, wird bei den Betroffenen und den Muslimen der Welt nur den Eindruck erwecken einer Zustimmung zu den Massakern. Eine nach den Regeln der Demokratie und in freien Wahlen gewählte Regierung sollte nur in ebenso demokratischen und freien Wahlen wieder wechseln, damit nicht noch mehr Blut fließt und nicht etwa die Gefahr eines Bürgerkriegs heraufbeschworen wird. Wir hoffen auf eine schnelle, konstruktive und stabile Lösung, die den freien Willen der Menschen, ihr Selbstbestimmungsrecht respektiert und geeignet ist, ein Modell für die Region darzustellen.

Hunderte unserer ägyptischen Geschwister sind auf bestialische Weise umgebracht worden. Anbetracht dessen sind wir gefordert, in dieser Situation nicht teilnahmslos zu bleiben und ihnen mit unseren Gebeten beizustehen. Damit gerecht zu werden unserem eigenen Anspruch, dass wir Muslime nämlich einander und füreinander wie die Organe eines und desselben Körpers sind und daher füreinander da. 

Für all unsere ägyptischen Geschwister, die übergehen mussten in die ewige Stätte, ihnen allen wünschen wir Allahs Barmherzigkeit und Vergebung, alsbaldige Genesung den Verletzten und dass das Leid so schnell wie möglich ein Ende finden möge. In all unseren Gemeinden werden wir zum Freitagsgebet am 16.08.2013 für unsere Geschwister beten. Alle Muslime sind eingeladen die Hände an diesem Tag mit uns zu erheben zum gemeinschaftlichen Bittgebet.

Zur freundlichen Kenntnisnahme der Öffentlichkeit

DITIB-Vorstand