Historie

Die ersten Vereine

Die ersten Ortsvereine der DITIB wurden Ende der 70 er bzw. Anfang der 80 er Jahre von türkischen Gastarbeitern gegründet und hatten unterschiedliche Zielsetzungen. Während einige Vereine sich als Kulturvereine verstanden, die einen Hauch von Heimat in der Fremde ersetzen sollten, verstanden sich viele Vereine als Interessensvertreter bzw. Zusammenschlüsse von Arbeitnehmern. Die Namen der Vereine wie Türkischer Arbeitnehmerverein oder Türkischer Kulturverein gaben auch diese Absicht wieder. Der Bedarf, Gottesdienste abzuhalten und den nachgezogenen Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Religion zu erlernen führte dazu, dass man Anfangs in den gemieteten Vereinsräumen neben den Versammlungs- und Teestuben auch Gebetsräume einrichtete, die gleichzeitig als Klassenräume für den Religionsunterricht dienten.

Die Gründung der DITIB (Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion)

Anfang der Achtziger Jahre durchführten diese Vereine eine Metamorphose hin zu Moscheevereinen, zuerst in Hinterhöfen oder Mietimmobilien durch. Der Bedarf an größeren Gebetsräumen führte zum Aus- und Neubau von Moscheen(wo es möglich ist auch optisch als Moschee erkennbar). Die nun als Moscheegemeinden auftretenden Vereine organisierten sich ab 1984 unter dem Dachverband DITIB (Diyanet ??leri Türk ?slam Birli?i / Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion), welche ihren Sitz in Köln hat. Der Bedarf an Religiösem Fachpersonal (Imame / Vorbeter, Lehrer) wurde über die Türkei gedeckt. Das Amt für Religionsangelegenheiten der Republik Türkei entsendet auf Antrag der DITIB Vereine seit Beginn der achtziger Jahre entsprechend eines Abkommens mit dem Deutschen Staat aus dem Jahre 1981 Imame nach Deutschland, die bei unseren Gemeinden für einen Zeitraum von jeweils fünf Jahren tätig sind. Dieses Modell ermöglicht es unseren Vereinen zum einen mit qualifizierten Religionsbeauftragten hochwertige Dienstleistungen anbieten zu können. Weiterhin ermöglicht es vielen Gemeinden erst die Existenz, da die so eingesparten Personalkosten für die durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzierten Vereine unbezahlbar wären.

Ursprünglich waren in unseren Moscheegemeinden hauptsächlich türkische Gastarbeiter organisiert. Mittlerweile ist ein großer Teil der Gemeindemitglieder mit türkischen Wurzeln in Deutschland sozialisiert und haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Hinzu kommen heute Muslime aus anderen Regionen der islamischen Welt hinzu, die ebenfalls die Angebote unserer Moscheen nutzen und inzwischen auch als Mitglieder aktiv an unserem Gemeindeleben teilhaben. Der Anteil an Gemeindemitgliedern mit türkischer Staatsangehörigkeit stellt heute eine Minderheit dar und der Trend zu einer multikulturellen und multiethnischen Struktur unserer Gemeinden setzt sich weiter fort.Heute hat d?e DITIB Deutschlandweit 892 Mitgliedsvereine, von denen 805 Moscheevereine sind. Daneben hat die DITIB ca. 90 Vereine, die sich im Bereich Bildung, Jugendarbeit, Kultur und Sport betätigen. Alle Vereine bekennen sich Satzungsgemäß zur freiheitlich demokratischen Ordnung und haben unter den Zielen neben religiösen auch gemeinnützige Ziele und verfolgen die Absicht, die Integration ihrer Mitglieder und der Muslime in Deutschland voranzutreiben.

Gründung der Landesverbände und von DITIB-Nord

Aufgrund der großen Anzahl von Vereinen und MItgliedern wurde eine Restruktrurierung der DITIB nötig. Nach einer langen Vorbereitungsphase wurden Anfang 2009 Regionalverbände gegründet, welche als "DITIB Landesverband e.V." bezeichnet wurden. Die Landesverbände repräsentieren die Gemeinden auf Länderebene und sind Mitglied beim Dachverband. Mit dieser Struktur passt sich die DITIB dem Föderalen System in Deutschland an und steigert gleichzeitig die Effizienz in den Gemeinden.

In Hamburg wurden am 7. Februar 2009 der "DITIB Landesverband Hamburg e.V." dem 10 Moscheevereine mit ca. 2500 ordentlichen und etwa 20.000 außerordentlichen Mitgliedern angehören. Am gleichen Tag wurde bei der Gründungsversammlung in Neumünster der "DITIB Landesverband Schleswig-Holstein e.V." mit 22 Moscheevereinen, ca. 5000 ordentlichen und etwa 20.000 außerordentlichen Mitgliedern gegründet. Diesem trat später auch der Bildungsverein Rose aus Uetersen bei.

Die gewählten Vorstände der beiden Landesverbände aus Schleswig-Holstein und Hamburg beschlossen bei ihrer gemeinsamen Sitzung am 14. Februar 2009 in Hamburg, sich unter dem Dach der DITIB-Nord zusammenzuschließen, um eine Bündelung der Ressourcen und eine effektivere Nutzung der Infrastruktur zu erreichen. Eine gemeinsame Geschäftsstelle wurde in der Zentralmoschee in Hamburg eingerichtet.