Iftar gemeinsam mit Freunden

Der Fastenmonat Ramadan war eine Zeit intensiver Begegnungen. Muslime füllten die Moscheen, Alle DITIB Gemeinden luden dabei neben ihren MItgliedern auch Freunde und Nachbarn zum Iftar ein. Besonders erfreulich war es, dass auch viele Nichtmuslimische Freunde und Nachbarn den Einladungen unserer Moscheen folgten und diese besondere Zeit mit uns teilten. 

Bei den Empfängen von DITIB-Nord kamen an drei verschiedenen Abenden insgesamt über 250 Gäste und ca. 300 Gemeindemitglieder zusammen.  Beim ersten Empfang am Freitag, den 10. August 2012 kamen die 50 Jugendlichen Teilnehmer des „Mein Weg“ Projektes zum Fastenbrechen in die Zentrumsgemeinde in Hamburg-Hamm. Die Zukunft der Jugend, ihre Rolle als aktive in Religionsgemeinschaften, sowie gemeinsame Herausforderungen waren Themen des Abends. DITIB-Nord Vorsitzender Dr. Zekeriya Altu? informierte die Jugendlichen darüber, dass im Herbst ein Landesjugendverband gegründet werden soll und lud die Teilnehmer ein, hierbei Verantwortung zu übernehmen und unsere Zukunft in Norddeutschland aktiver mitzugestalten.

Beim Hauptempfang am Donnerstag, den 16. August kamen neben den Ehrengästen wie Detlef Scheele (Senator für Arbeit, Soziales, Familie und Integration), Devrim Öztürk (Generalkonsul der Republik Türkei), Weihbischof Dr. Jaschke (Beauftragter der kath. Kirche für interreligiösen Dialog), Dr.  Görrig (Beauftragter der ev. Kirche Norddeutschland für den Dialog mit dem Islam), Hüccetülislam Shahabadi (geistliches Oberhaupt der Schiiten in Deutschland) auch Vertreter islamischer Religionsgemeinschaften, MIgrantenorganisationen, Behördenvertreter, aber auch viele Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Gesellscahft. Genannt seien hier stellvertretend Aydan Özo?uz (M?tglied des Bundestages und stellv. Vorsitzende der SPD) oder Prof. Dr. Nashan (Vorsitzender der Deutschen Organtransplantationsgesellscahft). Neben den appetitlichen Speisen wurden auch wichtige Themen besprochen wie der Staatsvertrag.  DITIB-Nord Vorsitzender Dr. Altu? ging in seiner Grußrede neben dem erfreulichen Thema des Staatsvertrages auch kritisch auf aktuelle Diskussionen wie die Beschneidungsdebatte und die Pannenserie bei der Aufklärung der NSU Morde ein:  „Die Zwickauer Terrorzelle, welche über einen Jahrzehnt nach heutiger Kenntnis mindestens neun Menschen, hauptsächlich türkischstämmige auf dem Gewissen hat, konnte dies unbehelligt von den Sicherheitsbehörden tun, obwohl sie bekannt waren. Es werden immer neue Details bekannt, die unsere anfängliche Skepsis bezüglich der Rolle der Sicherheitsbehörden nicht ausräumen, ja vielmehr bestärkt haben. Der Tatsache geschuldet, dass auch einige unserer Gemeinden auf einer Liste der NSU Terroristen aufgelistet waren, ist unsere Sorge hierbei mehr als begründet.“ Weiterhin betonte Herr Dr. Altu?:  „Wir erwarten als Bürger dieses Landes, dass unsere Sicherheit für genauso wichtig angesehen wird, wie die eines jeden Bürgers.“  Der Landesregierung dankte Herr Dr. Altu? dafür, dass Hamburg eine Kultur des Willkommens pflegt und dieses mit einem Staatsvertrag manifestiert hat.

 Senator Detlef Scheele brachte bezüglich dem Vertrag zum Ausdruck, dass Hamburg generell eine Willkommenskultur pflege, beglückwünschte diesen Vertrag und betonte, dass dieser ein Meilenstein Hamburgs sei. Weiterhin empfahl er die Einbürgerung und plädierte für die doppelte Staatsbürgerschaft. Zum Thema Rechtsextremismus betonte er, dass dieses Gedankengut   keinen Platz in Hamburg habe. Dies habe man zuletzt im Juni mit der Aktion „Hamburg bekennt Farbe“ eindrucksvoll gezeigt. Der DITIB dankte Herr Senator Scheele für die konstruktive Zusammenarbeit sowohl bei den Verhandlungen, aber auch bei der Zusammenarbeit im Integrationsbeirat.

Auch Weihbischof Dr. Jaschke gratulierte zum Staatsvertrag und begrüßte das Miteinander der Christen und Muslimen. Ebenfalls zum Beschneidungsverbot äußerte sich Herr Dr. Jashcke und betonte, dass die kath. Kirche das Urteil des Kölner Landgerichts sofort kritisiert habe. Es müsse in Deutschland muslimisches und jüdisches Leben möglich sein forderte er. Gleichzeitig betonte er, dass auch Christen in mehrheitlich muslimischen Ländern das Recht auf Religionsfreiheit und Sicherheit genießen sollten, welche wir gemeinsam für die Muslime in Deutschland fordern.

Glückwünsche seitens Detlef Görig kamen auch nicht zu kurz. Er gratulierte dem interreligiösem Dialog und hoffe, dass die Kommunikation zwischen den Christen und Muslimen auch weiterhin in Zukunft bestehen bleibe.

Die Reihe der Empfänge wurde am Freitag, den 17. August 2012 abgerundet, bei dem die Religionsbeauftragten und Vorstandsmitglieder sowie die Frauenvertreter unserer Gemeinden anwesend waren. Neben Dr. Zekeriya Altu?, der die Anwesenden über aktuelle Themen informierte, hielt der stellvertretende Attachee für Religion, Herr Sinan Polat einen Vortrag über die Bedeutung des Ramadan und die Aufgaben und die Verantwortung unserer Gemeinden

DITIB-Nord