Imame für Integration - Ein Projekt von DITIB, BAMF und dem Goethe Institut

Zwölf Imame aus Hamburg bekamen bei der Abschlussveranstaltung der Kursreihe "Imame für Integration" ihre Zertifikate überreicht. Die Konzeption wurde gemeinsam vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dem Goethe-Institut und der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) entwickelt. Es umfasste Deutschkurse und Landeskundeseminare, in denen städtische und kirchliche Einrichtungen besucht wurden, um sich noch besser zu vernetzen und Vorbehalte auf beiden Seiten abzubauen. Vor drei Jahren war das Projekt in Nürnberg gestartet und in sieben verschiedenen Bundesländern durchgeführt worden. Das Besondere dieses Hamburger Kurses war, dass daran nicht nur Imame der Türkisch-Islamischen Union teilgenommen haben, sondern auch Imame anderer Nationalitäten aus anderen Dachverbänden. Bei der feierlichen Zeremonie waren neben Sozialsenator Detlef Scheele auch der Vizepräsident des BAMF und Angela Kaya, Regionalleiterin der Goethe-Institute in Deutschland. angereist. D?e DITIB wu?rde von Dr. Zekeriya Altu? vertreten.

„Mit diesem Kurs der Imame sind die Beziehungen zwischen den islamischen Religionsgemeinschaften, den sozialen und kirchlichen Institutionen in Hamburg partnerschaftlich weiterentwickelt worden“, sagt Integrationssenator Detlef Scheele. „Das ist ein gelungenes Beispiel für ein kooperatives Miteinander der Religionen und den staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen. Darüber hinaus leitet der Kurs einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Dialog, zur Vielfalt und zur Stärkung des Zusammenhalts in unserer Stadt.“

„Imame und Religionsbedienstete haben neben ihrer Hauptaufgabe, der religiösen Betreuung ihrer Gemeindemitglieder, auch die Funktion als Mittler zwischen den Zuwanderern und der Mehrheitsgesellschaft“, betont Dr. Michael Griesbeck, Vizepräsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. „Als Ansprechpartner und Berater leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Integration und fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie sind Vorbilder für ihre Gemeinden.“

„Sprachliche und interkulturelle Kompetenzen sind Voraussetzung für den Dialog von muslimischen Gemeinden mit kommunalen und kirchlichen Organisationen“, unterstreicht Angela Kaya, Regionalleiterin der Goethe-Institute in Deutschland. „Die Arbeit des Goethe-Instituts steht seit vielen Jahren für einen partnerschaftlichen Dialog der Kulturen. Das Projekt ‚Imame für Integration‘ hat uns darin bestärkt, unser Engagement auch im Inland in dieser Richtung fortzusetzen.“

"Die Imame sind die gute Seele der Gemeinden und sind vor allem in ihrer Rolle als Vorbild wichtig für Muslime in Deutschland." sagte Dr. Zekeriya Altu?, der Vorsitzender von DITIB Nord bei seiner Rede. "Daher ist es unser Wunsch, dass Imame nicht nur gut die Landessprache beherrschen, sondern auch über die Landeskundlichen Gepflogenheiten sowie Institutionellen Möglichkeiten bescheid wissen. Daher hat DITIB gerne an diesem Projekt mitgewirkt und organisiert auch zusammen mit dem Goethe Institut auch in der Türkei schon änliche Kurse für Imame vor ihrer Entsendung nach Deutschland. Vernetzung und Transparenz sind wichtige Werkzeuge gegen jede Form gesellschaftlicher Polarisierung, so auch gegen Islamfeindlichkeit. DITIB stellt sich seiner Verantwortund und leistet viel in den Bereichen Integration und Dialog. Allerdings zeigen Studien, dass Muslime nicht die Ursache sondern die Opfer von Islamfeindlichkeit sind. Dementsprechend können Muslime das Problem nicht alleine lösen. Hier ist auch die Mehrheitsgesellschaft aufgefordert, für eine Willkommenskultur, mehr Gemeinsamkeit und Gleichberechtigung zu sorgen. Nur so kann man Diskriminierung und Extremismus gegensteuern."  betonte Dr. Altu?. Besonders hob Dr. Altu? als positives Beispiel den Staatsvertrag in Hamburg hervor und dankte im Namen von Senator Detlef Scheele dem Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, dass man diesen wichtigen Weg gemeinsam gegangen sei und somit Vorbild auch für andere Bundesländer geworden sei. Neben den beteiligten Institutionen dankte Herr Dr. Altug besonders den Teilnehmenden 12 Imamen und auch ihren Familien, für diesen Einsatz und Enthusiasmus.